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Offener Brief des Kreisverbandes der ÖDP Neustadt/Aisch - Bad Windsheim

an den Bundesminister für Digitales und Verkehr Herrn Volker Wissing

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Volker Wissing,


die Unterzeichner bitten Sie, das Planfestellungsverfahren für den 3-streifigen Ausbau der B8 östlich der Gemeinde Emskirchen zu stoppen. Der Ausbau der B8 und die damit verbundene Attraktivität einer bequemen Fahrt in die Metropole setzt verkehrspolitisch ein ganz falsches Signal. Diese Planung steht dem Ziel, den Individualverkehr und  die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen zu reduzieren, diametral entgegen. Dies gilt insbesondere, weil eine sehr gute Anbindung mit S-Bahn und RE parallel zu der B8 von Würzburg nach Nürnberg bereits existiert, deren Leistungsfähigkeit jedoch noch weiter gefördert werden sollte, anstatt weitere Mittel in den Neuausbau von Zubringerstraßen in die Metropole zu investieren. Eine wirksame Förderung des ÖPNV sehen wir auch in einer Vereinfachung des Tarifsystems und der dringend notwendigen Einführung eines 365.- € Tickets.


Dieser 3-streifige Ausbau der B8 mit allen aufwändigen Brückenbauwerken dient jedoch vor allem der Beschleunigung des Verkehrs, wird somit zur attraktiven Alternative zum SPNV und beeinflusst sehr einseitig eine wirksame Sektorenkopplung. Eine CO2-Emissionssenkung im Verkehrssektor ist seit langem überfällig und wird mit diesem Ausbau der B8 erneut versäumt. Der Flächenverbrauch widerspricht eindeutig den Wünschen der Staatsregierung, dient vor allem dem motorisierten Verkehr, während der Radverkehr eher ein Randeffekt dieser Planung bleibt.


Das alles überlagernde Argument, dass dem Überholdruck zur Unfallvermeidung Raum gegeben werden muss, ist ganz sicher durch einfachere, aber effektivere technische Lösungen zu erreichen. Eine besondere Unfallhäufigkeit an den Kreuzungen ist nicht festzustellen, denn auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung wurde lange Zeit vollständig verzichtet.

Weitere Begründung aus aktuellem Anlass:
Wir erkennen heute, dass die erbärmliche Abhängigkeit von Erdölimporten die politischen Handlungsspielräume extrem einschränken. Mit Einsparungen, wie durch Tempolimits 80/100 kmh, könnte, ebenso wie mit einem attraktiven und bezahlbaren ÖPNV (365 € Ticket), viel erreicht werden. Eine Planung, die verkehrsvermehrend den Benzinverbrauch durch weitere Straßen steigen lässt, ist unsozial gegen alle, die auf ihr Auto alternativlos angewiesen sind.
In diesen Zeiten müssen grundsätzlich die begrenzten finanziellen Mittel für den Ausbau des ÖPNV verwendet werden. Nur mit Schiene, Bus, Fahrrad und einer Stadtplanung, die endlich den Menschen, sprich den Fußgängern, ihre Rechte zurückgibt, kann der Verkehr nachhaltig reduziert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Kempe
für den Kreisverband der ÖDP Neustadt/Aisch - Bad Windsheim

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