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November: Gedanken zum Volkstrauertag

Volkstrauertag, ein Tag des Gedenkens, ein Tag des Nachdenkens und ein Tag der Besinnung über unser Tun und Handeln. Heute gedenken wir der Toten, Vertriebenen, der Opfer, der Entwürdigten und all dem Leid, das Menschen Menschen angetan haben. Wir richten unseren Blick zurück und sind heute einig in dem Vorsatz, dass diese Unmenschlichkeit nie wieder geschehen darf.

Unmenschlichkeit ist aber leider tägliches Handeln an vielen Orten auf unserem Planeten und wir nehmen es zur Kenntnis, sind informiert, ignorieren es oder finden keine Möglichkeit es zu beenden.
An der polnischen Grenze werden frierende und hungernde Menschen als Waffe benutzt, sie dienen als Verhandlungsmasse, die Menschlichkeit wird vergessen.  
In vielen Ländern verhungern Menschen, weil Trockenheit und Bürgerkrieg Ernte und Verteilung von Nahrungsmitteln verhindern. Kriege werden gemacht, Kriege sind ein Geschäft und Kriege sind Teil einer Wirtschaft, die auf Wachstum ausgerichtet ist. So haben manche Aktien der Rüstungsindustrie seit 2011 ihren Wert versiebenfacht. Unbeeindruckt des von Waffen ausgelösten Leides fordern „unsere Freunde“ die Ausgaben für immer noch mehr Waffen zu steigern. Waffen, die nicht mehr rückholbar in unserer Welt bleiben und täglich die Bedrohung vermehren.

Wir betrauern heute auch die Unmenschlichkeit, lesen Berichte von Umerziehungslagern der Uiguren in China. Die Welt schweigt dazu, denn die Handelsbeziehungen dürfen zur Steigerung des Wachstums nicht gefährdet werden.


Nutzen wir diesen Tag des Gedenkens für das bedrohte Morgen der Menschheit, beginnen wir die Ziele der Landesverteidigung neu zu denken. Verteidigung heißt auch die Zukunft zu sichern, Vorbeitungen zu treffen, um die Folgen des Klimawandels zu bestehen. Sind wir für die Bekämpfung von Waldbränden, für kommende Dürren und Überflutungen vorbereitet? Wann finden wir die Kraft, unsere Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien und wann begreifen wir Klimaschutz als globale Verteidigung für unser Überleben auf diesem Planeten Erde?


Beenden wir die Unmenschlichkeit, mit der wir die Natur ausbeuten, zerstören und missachten. Beenden wir den Krieg gegen die Natur ohne Gewehre, Panzer, Flugzeuge oder U-Boote. Beenden wir die Überfischung der Meere, den mörderischen Raubbau an den Urwäldern und werden wir konsequent im Umgang mit Diktaturen, in deren Ländern die Ausbeutung von Menschen und Natur nicht aufhört.


Wir gedenken heute dem Leid, ausgelöst durch die Zerstörung der Kriege, beklagen, dass es immer und immer wieder geschieht. Heute und Morgen können wir, kann jeder von uns, seinen Beitrag dazu leisten, dass wir Frieden finden. Frieden mit der Natur und endlich Frieden von dem Zwang nach immer mehr und mehr.


Dem Volkstrauertag einen neuen erweiterten Sinn zu geben, dafür steht dieser Text. Eine moderne Gesellschaft muss bereit sein, aus den Erfahrungen der Vergangenheit neue Schlüsse für das eigene Handeln abzuleiten. Zwingen wir endlich unsere Politker*innen neue Wege auf der Suche nach dem Frieden einzuschlagen.

Harald Kempe
ödp Kreisverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

 

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