Kommunalwahl in Bayern:

„Frau Landrat“ und „Frau Bürgermeister“ – wie aus der Zeit gefallen ist das denn?

Schon merkwürdig: Auf der einen Seite wird sogar von der CSU die Frauenquote im bayerischen Kabinett propagiert, aber bei den Stimmzetteln für die Kommunalwahl 2020 in Bayern blieb nach wie vor alles beim Alten. Bei den Nennungen für die Wahlvorschläge gibt es nur „Bürgermeister“ und „Landrat“ Frauen sind für diese Ämter nicht vorgesehen!!

Bereits seit Jahrzehnten sind Frauen als Bürgermeisterinnen oder Landrätinnen aktiv. Sie erledigen ihre Amtsgeschäfte genauso gut oder noch besser als ihre männlichen Pendants. „Es ist höchste Zeit“ so Lucia Fischer, stellv. Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Frauen der ÖDP, „dass sich dies auch bei den diversen Anrede- und Nennungsformen niederschlägt.“ Es klinge doch ganz anders, wenn es z. B. in einem Brief heißt: „Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin oder sehr geehrte Frau Landrätin“. Alles andere halte sie für aus der Zeit gefallen.

Die Ansage, dass die rein männliche Schreibweise „der besseren Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Stimmzettel diene“, verstehe, wer mag. „Da müsste so manches, was unlesbar und unübersichtlich gehalten ist, neu formuliert werden!“ so Lucia Fischer.

„Mehr als 100 Jahre nach Einführung des Frauen-Stimmrechts müsse auch die Auswahl auf dem Stimmzettel, ihren schriftlichen geschlechterspezifischen Ausdruck finden“, fordert Fischer, die derzeit im Allgäu auch selbst als Bürgermeisterin kandidiert.

„Der Internationale Frauentag am 08. März 2020 muss und wird als Anlass dazu dienen, dass ÖDP-Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sich dafür einsetzen, dass diese überholte Praxis geändert wird. Daher fordere ich, dass auch eine gleichberechtige Kandidatenaufstellung bei allen Parteien obligatorisch gehandhabt wird“, fordert Fischer.

Lucia Fischer


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