ödpresse


29.11.2003

Der ödp- Kreisvorstand ist besorgt über die Sorglosigkeit im Umgang mit den Finanzierungsplänen des geplanten Thermalbad Bad Windsheim.

Schulen sind wichtiger als Luxus- Planschbecken


Emskirchen. Sollte sich der Landkreis am Bau des Thermalbads in Bad Windsheim beteiligen? Diese Frage wurde ausführlich im Vorstand des ödp- Kreisverbandes Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim diskutiert. Die Gründe, die von seiten der Stadt Bad Windsheim vorgebracht und in der FLZ veröffentlicht wurden, könne man zum Teil nachvollziehen, und für die Stadt stelle ein Thermalbad sicher einen gehörigen Prestigegewinn dar. Die derzeitige finanzielle Situation von Stadt und Kreis lasse aber einen Thermalbadbau nicht zu, war man sich im Vorstand einig. So beruhten alle Kostenangaben nur auf ungefähren Schätzungen, weil es noch keine konkrete Planung gebe. Deshalb seien auch die genannten Zahlen keine ausreichende Grundlage für Entscheidungen. Wenn sich kein privater Investor finden lasse, dann deute das nur darauf hin, dass das Bad bereits nach den Angaben der Vorplanung finanziell unrentabel sei und auf Dauer nur Defizite bringe. Der Zweckverband als möglicher Bauherr beinhalte für den Landkreis vielfältige Risiken. Kreisvorsitzender Richard Möhring sagte dazu: "Der Landkreis wäre beim Badbau für viele Jahre im finanziellen Schwitzkasten des Zweckverbands und mit seiner Drittelbeteiligung ziemlich machtlos. Die von der Stadt großzügig verkündete Deckelung der Kosten für den Kreis ist nur eine Beruhigungspille für besorgte Kreisräte und steht juristisch sicher auf sehr wackeligen Füßen." Der Landkreis spare bei freiwilligen Leistungen wo er könne, erinnert sei nur an die unselige Geschichte mit der Musikschule. Und es verwundere den ödp- Kreisvorstand sehr, mit welcher Selbstverständlichkeit über die absolut freiwillige finanzielle Beteiligung am Bau des Luxus-Planschbeckens diskutiert werde und Forderungen nach einer Beteiligung des Kreises erhoben werden. Wichtig und absolut notwendig sei dagegen die Diskussion um Planung und Baumaßnahmen für die verschiedenen Schulen des Landkreises. Hier kämen auf den Kreis in den nächsten Jahren enorme finanzielle Belastungen zu, und genaue Angaben ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen. Große Risiken bestünden, wie die leidvolle Erfahrung mit dem Berufsschulbau zeige. Auch eine Erhöhung der Kreisumlage wäre in diesem Zusammenhang wahrscheinlich notwendig und vertretbar. Die Anhebung müßte nach Meinung des ödp- Kreisvorstands wesentlich höher ausfallen, wenn sich der Kreis auf das Abenteuer Thermalbad einließe. Über eine Beteiligung dürfe der Kreis daher erst nachdenken, wenn er die genauen finanziellen Aufwendungen für die Schulbauten kennt, also erst nach Abschluß der größeren Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Ein Vorstandsmitglied: "Dem Thermalwasser macht es sicher nichts aus, wenn es noch einige Jahre auf die Verwendung warten muß." ödp- Kreisrätin Ulrike Kempe faßte zusammen: "Weitere Schulden für den Schulbau sind gerade noch zu vertreten, für ein Prestigeobjekt wie das Thermalbad sind Schulden derzeit nicht zu verantworten."