ödpresse


Emskirchen, 28.1.04

Stellungnahme des ödp- Kreisverbandes zur Gentechnik:


Gesetzentwurf zur Gentechnik gefährdet konventionelle und ökologische Betriebe - Grüne werden unglaubwürdig!



Emskirchen. Erhebliche Risiken sieht der ödp- Kreisverband Neustadt a.d.Aisch - Bad Windsheim für alle Landwirte, sollte der rot- grüne Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU- Freisetzungsrichtlinie verwirklicht werden. ödp- Kreisvorsitzender Richard Möhring: "Ausgerechnet eine grüne Ministerin öffnet das Tor für die Gentechnik- Konzerne in Deutschland. Das ist grüner Wortbruch und eine große Schande für diese Partei, die nach den Kehrtwendungen in der Friedens- und Atompolitik und jetzt in der Gentechnik bald ihre Farbe endgültig verlieren wird."

So habe 1997 der ödp- Kreisverband im "Aktionskreis gegen genmanipulierte Pflanzen" aus Anlaß des Freisetzungsversuches von Zuckerrüben in Uffenheim neben anderen Gruppen auch mit den Grünen gut zusammengearbeitet. Möhring: "Alle Feststellungen, die der Aktionskreis damals traf, gelten heute noch genauso: die Gentechnik ist in der deutschen Landwirtschaft absolut unnötig und risikoreich." Das angekündigte Gentechnikgesetz solle ein Nebeneinander von ökologischen, konventionellen und gentechnisch veränderten Kulturen organisieren. Die für die grünen Anhänger als Beruhigungspille vorgeschriebenen Abstandsflächen und andere Maßnahmen greifen nach Meinung der Ökodemokraten nicht.. Möhring dazu: "Bienen halten sich nicht an Ackergrenzen, auch gentechnisch veränderte Samen sind noch jahrelang keimfähig und eine weiträumige Verbreitung der Samen und Pollen durch Wind, Fahrzeuge und Tiere ist nicht zu verhindern." Durch die unerwünschte, aber für die Natur völlig normale Auskreuzung genmanipulierten Erbgutes werde die Existenzgrundlage ökologisch wirtschaftender Betriebe massiv gefährdet, weil sie die Richtlinien für den Ökolandbau dann nicht mehr einhalten könnten. Deshalb richtet Möhring für den ödp- Kreisverband den dringenden Appell an alle konventionellen Landwirte: "Gefährden Sie durch den überflüssigen Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen nicht die Existenz Ihrer ökologisch wirtschaftenden Kollegen! Setzen Sie sich und Ihrem Betrieb nicht einem existenzgefährdenden Haftungs- und Vermarktungsrisiko aus!" Eine wichtige Gruppe seien die Verbraucher: sie hätten es in der Hand, mit ihrem Einkaufsverhalten für gentechnikfreie Lebensmittel zu sorgen. Die ab April vorgeschriebene Kennzeichnungspflicht helfe dabei. Sehr hilfreich sei auch eine Teilnahme an der "Großdemonstration für eine gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft" am Samstag, 31. Januar, 11 Uhr, am Odeonsplatz in München. Dadurch könne jeder seinen Widerstand sichtbar machen.

Richard Möhring,
ödp-Kreisvorsitzender