ödpresse


Neustadt/Aisch, 23.02.2004


Hauruckverfahren als neue politische Methode bei G8 und Thermalbad.



Neustadt. Die überhastete Einführung des achtjährigen Gymnasiums, die ungewisse Zukunft der Kreismusikschule und der am Kreistag vorbei erfolgende Bau des Thermalbades in Bad Windsheim sorgten für eine lebhafte Diskussion in der Versammlung des ödp- Kreisverbandes Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim.
Von Unverständnis bis Empörung reichten die Reaktionen auf die Einführung des "G 8". So hätten Ministerpräsident und Kultusministerin vor der Landtagswahl versichert, es würde beim neunjährigen Gymnasium bleiben. Bereits kurz nach der Wahl sei im Hauruck- Verfahren das G 8 beschlossen, die Diskussion darüber für beendet erklärt und im "Dialog" zwischen Kultusministerium einerseits und Schüler, Eltern und Lehrer andererseits alle Einwände zurückgewiesen worden. Der mit viel Aufwand erstellte neue Lehrplan lande im Altpapier, die Frage nach der notwendigen mittäglichen Verpflegung und Betreuung bleibe ungeklärt, ebenso das Problem der Busfahrpläne. Hier kämen auf die Sachaufwandsträger enorme zusätztliche Kosten zu, auch auf den Landkreis. Große Belastungen sehen die Ökodemokraten auch auf die Schüler zukommen: erweiterte Stundentafel, häufiger Nachmittagsunterricht, das bedeute weniger Zeit für Hausaufgaben, Lernen, Hobbys und Erholung. Durch die überhastete und im absolutistischen Stil erfolgte Einführung der G8 werde großer Schaden angerichtet und das Vertrauen in die Politik zerstört. Die ödp fordert, daß künftige Schulreformen in einem Miteinander von Schülern, Eltern, Lehrern und Kultusbürokratie in aller nötigen Ruhe und Sorgfalt erfolgen.
Ein weiteres Thema der Kreisversammlung war die Musikschule: es wurde bedauert, daß der neu gegründete Verein anscheinend noch nicht richtig arbeite und somit wertvolle Zeit verstreiche, die für einen möglichst reibungslosen Übergang im Interesse der Musikschüler nötig wäre.
Zum Thermalbadbau in Bad Windsheim merkte ödp- Kreisvorsitzender Richard Möhring an: "Viele Kreisräte warten brav auf eine Sondersitzung und erfahren aus der Zeitung, welche Entscheidungen die in den Kreishaushalt eingreifen der Zweckverband Kurzentrum gerade beschlossen hat. Der Badbau läuft am Kreistag vorbei, das darf nicht sein! Eine ordnende und Klarheit schaffende Aktivität des Landrats ist in dem Durcheinander nicht erkennbar, so bleibt nur die Hoffnung, daß die Mitglieder des Kreistags möglichst bald die Probleme mit dem Thermalbadbau ehrlich und offen diskutieren und eine endgültige Lösung finden".

Richard Möhring,
ödp-Kreisvorsitzender