ödpresse


Emskirchen, 10.03.2005

Bad Windsheim im Größenwahn
oder:
Kreis raus aus Zweckverband!



Emskirchen. Als „beginnenden Größenwahn“ der Stadt Bad Windsheim bezeichnete man bei der Kreisvorstandssitzung der Ökologisch- Demokratischen Partei die jüngsten Nachrichten aus der Bäderstadt zum „Dreamland“ und dem Thermalbadbau.


So konnte man aus der FLZ am 22.2.05 unter der Überschrift „Die Satzung bleibt, wie sie ist“ entnehmen, daß die Mehrheit der Mitglieder des „Zweckverbands Kurzentrum Bad Windsheim“ Satzungsänderungen ablehnte, die dem Kreistag mehr Mitsprache bei Investitionen über 500 000 Euro einräumen sollten. Die Begründung der Ablehnung, der Landkreis könnte so Investitionen blockieren und das „wäre für das Klima im Gremium schädlich“, zeige nach Meinung des ödp- Kreisvorstandes ein mangelhaftes Demokratieverständnis: Der Kreis darf im Zweckverband zwar mitzahlen, aber nicht mitentscheiden, und das bei Investitionen über 500 000 Euro! Die einzig mögliche Konsequenz aus dem Verhalten der Zweckverbandsräte sei für den ödp- Kreisvorstand der Austritt des Landkreises aus dem Zweckverband, um künftige hohe finanzielle Risiken für den Landkreis auszuschließen.
Zum eigentlichen Thermalbadbau stellte der ödp- Kreisvorstand fest, daß nun doch alle möglichen neckischen Einrichtungen gebaut werden sollten, die eindeutig das Bad zum Spaßbad machen und somit die Frage zu stellen sei, ob der Badbau mit Steuergeldern zu rechtfertigen wäre. Nach Meinung der Ökodemokraten nicht: Das Geld fehle überall, vor allem auch bei den Schulen. Für ein besseres Schulwesen wäre jeder Steuercent besser angelegt als in einem unter starkem Konkurrenzdruck stehenden Thermalbad mit dem Risiko eines hohen künftigen Zuschußbedarfs.

Auch mit dem Baugebiet „Dreamland“ befaßte sich der Kreisvorstand. Die Stadt entwickele sich zum „Global Player“ in der Baulandausweisung und agiere „in europäischen Dimensionen“, und die als Risikobereitschaft bezeichnete Verhaltensweise der Verantwortlichen könne man auch als mangelnde Bodenhaftung und Anzeichen eines beginnenden Größenwahns deuten, war sich der Vorstand einig. Der Kreisvorsitzende Jürgen Osterlänger konnte sich das nur so erklären: „Anscheinend ist man beim Thermalbrunnenbohren auf eine ergiebige Geldquelle gestoßen, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß in Zeiten eines notwendigen Sparzwangs aufgrund des Geldmangels der öffentlichen Hand die Verantwortlichen einer Stadt derart hohe unkalkulierbare Risiken eingehen können.“

ödp-Kreisvorsitzender
Jürgen Osterlänger
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Emskirchen
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