Emskirchen. Als „beginnenden Größenwahn“ der Stadt Bad Windsheim
bezeichnete man bei der Kreisvorstandssitzung der Ökologisch-
Demokratischen Partei die jüngsten Nachrichten aus der Bäderstadt zum
„Dreamland“ und dem Thermalbadbau.
So konnte man aus der FLZ am 22.2.05 unter der Überschrift „Die
Satzung bleibt, wie sie ist“ entnehmen, daß die Mehrheit der Mitglieder
des „Zweckverbands Kurzentrum Bad Windsheim“ Satzungsänderungen ablehnte,
die dem Kreistag mehr Mitsprache bei Investitionen über 500 000 Euro
einräumen sollten. Die Begründung der Ablehnung, der Landkreis
könnte so Investitionen blockieren und das „wäre für das
Klima im Gremium schädlich“, zeige nach Meinung des ödp- Kreisvorstandes
ein mangelhaftes Demokratieverständnis: Der Kreis darf im Zweckverband
zwar mitzahlen, aber nicht mitentscheiden, und das bei Investitionen über
500 000 Euro! Die einzig mögliche Konsequenz aus dem Verhalten der
Zweckverbandsräte sei für den ödp- Kreisvorstand der Austritt
des Landkreises aus dem Zweckverband, um künftige hohe finanzielle
Risiken für den Landkreis auszuschließen.
Zum eigentlichen Thermalbadbau stellte der ödp- Kreisvorstand
fest, daß nun doch alle möglichen neckischen Einrichtungen gebaut
werden sollten, die eindeutig das Bad zum Spaßbad machen und somit
die Frage zu stellen sei, ob der Badbau mit Steuergeldern zu rechtfertigen
wäre. Nach Meinung der Ökodemokraten nicht: Das Geld fehle überall,
vor allem auch bei den Schulen. Für ein besseres Schulwesen wäre
jeder Steuercent besser angelegt als in einem unter starkem Konkurrenzdruck
stehenden Thermalbad mit dem Risiko eines hohen künftigen Zuschußbedarfs.
Auch mit dem Baugebiet „Dreamland“ befaßte sich der Kreisvorstand.
Die Stadt entwickele sich zum „Global Player“ in der Baulandausweisung
und agiere „in europäischen Dimensionen“, und die als Risikobereitschaft
bezeichnete Verhaltensweise der Verantwortlichen könne man auch als
mangelnde Bodenhaftung und Anzeichen eines beginnenden Größenwahns
deuten, war sich der Vorstand einig. Der Kreisvorsitzende Jürgen Osterlänger
konnte sich das nur so erklären: „Anscheinend ist man beim Thermalbrunnenbohren
auf eine ergiebige Geldquelle gestoßen, denn ich kann mir nicht vorstellen,
daß in Zeiten eines notwendigen Sparzwangs aufgrund des Geldmangels
der öffentlichen Hand die Verantwortlichen einer Stadt derart hohe
unkalkulierbare Risiken eingehen können.“
ödp-Kreisvorsitzender
Jürgen Osterlänger
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Emskirchen
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